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22.09.2016 - Competence Based Instrument Rating (CB-IR)

Unser Vorstandsmitglied Markus Kirchgeorg konnte am 22. September 2016 nach anderthalb Jahren Vorbereitung den Skill Test zum neuen EASA - Competence Based Instrument Rating (CB-IR) absolvieren. Er ist wohl der erste Student, der dies in den Kantonen Tessin und Graubünden durchgeführt hat. Diese neue Lizenz soll es Privatpiloten ermöglichen, mit vernünftigem Aufwand korrekt und sicher in IMC zu fliegen.

IRI Claudio Corfù mit Student pilot Markus Kirchgeorg

«Es war ein grosser Aufwand, aber es hat sich gelohnt» meint der frisch gebackene IFR-Pilot Markus Kirchgeorg. «Die Theorieprüfung mit 3'000 Fragen ist schon happig, die Funkprüfung auf Englisch ok und ernst wird es beim Skill Test». Die Erfahrung zeigt allerdings, dass auf die wichtigen Dinge Wert gelegt wird und keine Spitzfindigkeiten zelebriert werden. Der Prüfer stellt sich immer vor: «Traue ich dem Flugschüler zu, sich und seine Familie sicher durch IMC zu fliegen oder nicht?». Das ist die Frage.  Schliesslich fliegt der Privatpilot im Gegensatz zum Berufspiloten ja meist allein, ohne Co-Pilot. Und die Ausrüstung der Flugzeuge erlaubt auch nur IMC in gesunder Dosierung: Wer hat schon neben den korrekten doppelten Instrumenten und einer guten Steigleistung der Maschine auch noch TCAS, FIKI (nicht unanständig: Das ist «flight into known icing»), eine Druckkabine und Wetter-Radar? Je nach Flugzeug beschränkt das die Möglichkeiten in IMC schon sehr.

Mit Sauerstoff fliegt die Cirrus SR 22 brav auf FL 170 und braucht dabei nur wenig «Most».

So wird man in 80% der Fälle einen IFR-Flug bei schönem Wetter durchführen. Vorbei sind die Aengste und Diskussionen in Italien und Frankreich, auf 1'000 ft AGL über das Gelände zu schleichen. Man kann ganz komfortabel IFR auf flight level fliegen und lässt sich von ATC von einer Zone zur nächsten weitergeben. Weite Flüge werden da zur Freude und ohne die ständige Angst, wegen irgendwelcher Luftraumverletzungen vor Gericht gezerrt zu werden. Da wird auch ein Ueberflug durch die Schweiz zur Freude und man muss nicht vor jeder Wolke zittern. Oft sind die IMC ja der morgendliche Herbstnebel, die überschaubare Stratus-Schicht, die man zur Sonne darüber durchqueren möchte oder die dünnere Wolkenschicht ohne Vereisung, die einem das fliegerische Leben auf Strecke schwer machen.

IRI Daniele Gautschi vor dem Flug mit der Cirrus SR 22

Im Engadin gibt es nun vier professionelle Instrument Rating Instruktoren (IRI), die Privatpiloten ausbilden dürfen. Es sind dies unsere Clubkameraden Claudio Corfù, Daniele Gautschi, David Liechti und Peter-Christian Müller. Auch hier haben wir, wie schon bei den PPL-Ausbildungen im Rahmen des SAFC den Vorteil, verschiedene Blickwinkel und Schwerpunkte aus Sicht verschiedener Fluglehrer lernen zu dürfen. Ein ganz grosser Vorteil für eine gute Ausbildung. Diese sieht im CB-IR mindestens 40 Flugstunden vor, von denen 10 auf dem Simulator geflogen werden dürfen und nur 10 müssen in einer Approved Training Organization (ATO) absolviert werden. Diese ist die Avilu in Lugano, bei der Peter-Christian Müller akkreditiert ist. Die übrigen Flugstunden dürfen frei mit unseren IRIs geflogen werden. Als IFR-Flugzeug zertifiziert ist die Cirrus SR 22 HB-KHG der Air Corviglia.

Insgesamt möchte die EASA mit dem CB-IR erreichen, dass sich mehr Privatpiloten zertifizieren lassen und so die Privatfliegerei sicherer machen. Und es ist schon so: Vom ersten Moment des Ausbildungsprozesses an lernt man dort weiter wo man im PPL aufgehört hat. Das ist besonders spannend und nützlich in der Wetterkunde (das grösste und wichtigste CB IR-Fach), aber auch in den Themen der Flugplanung und -navigation, die sehr zum sicheren Fliegen beitragen.

Wer sich für das CB-IR interessiert wende sich gerne an Markus Kirchgeorg, Peter-Christian Müller oder Daniele Gautschi. (Angaben auf http://www.swiss-alpine-flying-center.ch


CB-IR – Damit wird in manche Wolken eingeflogen, in viele aber nicht. Viel öfters hilft das Brevet, in VMC komfortabel ausserhalb der vielen Flugverbotszonen der VFR fliegen zu können.